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Die Farma Merse Landschaft
Mineralien und Gesteine
Die Sienesische Hügelkette ist die Wiege des "Gelben von Siena", einer der gefragtesten und
seltensten, farbigen Marmorsorten Italiens, vor allem im Mittelalter verwendet. Für den zivilen
Hausbau wurde der Marmor zusammen mit anderen Materialien verarbeitet jedoch kirchliche Gebäude
und Denkmäler wurden ausschließlich aus diesem erstellt.
Die Steinbrüche befinden sich in den Gebieten von Montarrenti, Tonni und Marmoraia.
Die Pfarrkirchen von Pernina, Pevescola und Marmoraia sind ausschließlich aus diesem wertvollen
Marmor gebaut.
Im 14. Jahrhundert wurde er für die Konstruktion des Doms von Siena verwendet und für andere,
wertvolle Werke wie die Kathedrale von Santa Maria del Fiore in Florenz und den Dom von Orvieto.
Andere wichtige Gesteine sind der Marmor "Rosso di Gerfalco" bei Grosseto, die "Verdi di Vallerano"
und der "Rosa della Montagnola". Diese Marmorarten werden jedoch nur noch wenig abgebaut und
dienen hauptsächlich zur Restauration des Doms von Siena.
Die verschiedenen, weißen Marmorarten wurden für die architektonischen Ornamente benutzt, während
der gelbe Marmor seine Bestimmung in künstlerischen Motiven fand wie die polychromatischen Mosaike
des Sienesischen Doms oder für Innendekorationen. Der Bevorzugteste zwischen den verschiedenen,
gelben Marmorarten, ist jener von "Broccatello", geprägt durch goldene Reflexe und durchzogen
von feinen, dunklen oder violetten Adern. Teilweise sind Flecken und Adern so fein in graphischer
Anordnung ineinander verwoben, dass daraus fantastische Figuren mit großen, dekorativen Wirkungen
entstehen. Seine Verwendung findet man aber auch in modernen, architektonischen Gebäuden, wie
dem Spielcasino von San Remo, dem Arbeitszimmer des Gouverneurs im neuen Sitz der Banca d'Italia
und in einigen Geschäften von Armani.
Für Restaurationsarbeiten wurde dieser Marmor zum Beispiel im Schloss Sans Souci (Potsdam), der
Kathedrale von Amalfi und dem Boden der Fundamente des Turms von Pisa verwendet.
Die goldene Zeit des gelben Marmors von Siena ist jedoch auf die Jahre 600 bis 700 beschränkt
und ihr Verfall hält Schritt mit dem Erfolg des Marmorabbaus der Alpen Apuane.
Das Bergwerk von
Cetine , das auf Nachfrage besichtigt werden kann, ist wegen seinem Antimonvorkommen ein weltweit einmaliges, historisches Gebiet. Mehrmals aktiv zwischen 1878 und 1944 arbeiteten hier bis zu 140 Menschen - Frauen und Kinder inbegriffen - und auch hier wurde zum ersten Mal das Recht auf Arbeit gefordert. Abgesehen vom Antimonvorkommen, wurden im Laufe der Zeit über 60 verschiedene Materialien gefunden unter denen die Cetineite.
Südlich, Richtung Monticiano und Roccastrada befinden sich die Quarzminen von Torniella. Den Flüssen Farma, Merse und Gonna entlang, sieht man auch heute noch zahlreiche Eisenhütten , Zeugen einer regen Aktivität.
Im Osten, in der Gemeinde von Murlo, finden wir einige Braunkohlevorkommen, welche in vergangenen Zeiten eine wichtige, wirtschaftliche Rolle in diesem Gebiet spielten. Gerade die Bergwerke von Murlo sind ja auch auf die
etruskischen Siedlungen und die wichtigen Ausgrabungen in Poggio Civitate zurückzuführen.
Publikationen:: "Minerali del Senese" von Pagani - Betti
Protagon Editori Toscani
Um mehr darüber zu erfahren: